Umgebungsmodelle bilden Topographie und Bestand als gemeinsame Grundlage ab, damit Entwürfe fair vergleichbar werden. Entscheidend ist eine saubere Schnittstelle: definierter Ausschnitt, eindeutiger Höhenbezug und eine klar definierte Einsatzplatte, auf der Teilnehmer-Einsätze passgenau eingesetzt und verglichen werden können.
Key Facts
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Neutrale Grundlage für VgV, Mehrfachbeauftragungen, Wettbewerb und Gremien
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Einsatzplatte = definierte Schnittstelle für Entwürfe (einsetzen & vergleichen)
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Zwei Materialstrategien: Gips oder Polystyrol
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Maßstab typischerweise 1:500 / 1:1000
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Topographie meist als Schichtmodell (2 mm / 1 mm)
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Gips oder Polystyrol?
Die folgende Vergleichstabelle zeigt die typischen Unterschiede von Gips- und Kunststoff-Umgebungsmodellen.
Umgebungsmodell Polystyrol
Umgebungsmodell Gips
Einsatz
Umgebungsmodell Polystyrol:
Stark bei großformatigen Umgebungsmodellen, häufig mit Einsatzplatten für Teilnehmer bei höhere Teilnehmeranzahl. Ideal für Einzelstück oder kleine Stückzahlen.
Umgebungsmodell Gips:
Ideal für Wettbewerbs- und Ausstellungsmodelle, bei denen eine neutrale Umgebung für alle Teilnehmer gefragt ist.
Darstellung
Umgebungsmodell Polystyrol:
Wir verwenden ein mattweißes Finish, um Reflektionen zu vermeiden. Hohe Maßhaltigkeit und exakte Detailwiedergabe; reproduzierbare, glatte Flächen bei hoher Fertigungspräzision. Basis MDF Grundplatte roh / schwarz oder heller Holzrahmen.
Umgebungsmodell Gips:
Hervorragende Neutralität und Lesbarkeit durch matte, homogene Oberflächen. Sehr natürliche, materielle Haptik — wirkt ruhig und analoge Präsenz. Basis heller Holzrahmen.
Detailgrad
Umgebungsmodell Polystyrol:
Hohe Maßhaltigkeit und sehr gute Detailwiedergabe, besonders bei präzisen Fertigungsverfahren können Umgebungsmodelle hochdetailliert sein. Mehrteilige Modelle aufgrund von Transport und Handling sind möglich.
Umgebungsmodell Gips:
Umgebungsmodelle werden als Massenmodell mit gängigem Detailierungsgrad gefertigt. Hinterschneidungen und besondere geometrische Situationen müssen berücksichtigt werden.
Robustheit
Umgebungsmodell Polystyrol:
Leichter, einfacher zu handhaben; geringere Transportkosten und schnellerer Aufbau. Es besteht keine Gefahr der Beschädigung der Modelle.
Umgebungsmodell Gips:
Anfälliger - gut verpackt sicher transportierbar, bei häufigem Handling weniger vorteilhaft.
Lieferzeit
Umgebungsmodell Polystyrol:
Je nach Modell und Projekt sehr schnell produzierbar — oft innerhalb weniger Tage. Expressmodelle sind ebenfalls möglich.
Umgebungsmodell Gips:
In der Regel planbar, Trocknungs- und Nachbearbeitungszeiten werden im Vorfeld mit eingeplant. Fertigungszeit länger als bei Umgebungsmodellen aus PS.
2 Ansätze für Einsatzplatten
Im Bereich der Wettbewerbe und Vergabeverfahren arbeiten wir vorrangig mit Einsatzplatten.
Dadurch sind Entwürfe & Varianten am sinnvollsten austauschbar und vergleichbar.
Nachträgliche Fräsarbeit am Umgebungsmodells sind somit nicht notwendig und zielführend.
Zentrales Umgebungsmodell + Einsatzplatten
Umgebungsmodelle für jeden Teilnehmer
Teilnehmeranzahl
Zentrales Umgebungsmodell + Einsatzplatten:
Bei vielen Teilnehmern sind Einsatzplatten mit einem zentralen Umgebungsmodell die wirtschaftlichste Lösung.
Umgebungsmodelle für jeden Teilnehmer:
Bei vielen Teilnehmern macht ein Umgebungsmodell aus Gips Sinn, falls die Umgebung eine wichtige Entscheidungsgrundlage ist.
Städtebaulicher Kontext
Zentrales Umgebungsmodell + Einsatzplatten:
Die Umgebung wird den Teilnehmer als 3D Datei und Bildern vom zentralen Umgebungsmodell bereitgestellt.
Umgebungsmodelle für jeden Teilnehmer:
Falls Teilnehmer die komplette Umgebung als Modell haben, ist die Arbeit am Modell und mit der Umgebung deutlich einfacher.
Transport / Logistik
Zentrales Umgebungsmodell + Einsatzplatten:
Bei einem zentralen Umgebungsmodell ist der Versand der Einsatzplatten unkompliziert möglich. Die Transportlösung wird so gewählt, dass die Teilnehmer ihren Entwurf zur Abgabe verschicken können.
Umgebungsmodelle für jeden Teilnehmer:
Je nach Größe und Gewicht der Modelle kann der Transport eine Herausforderung sein. Per Kurier oder Spedition ist die Lieferung deutschlandweit möglich.
Was wir für den Datencheck brauchen.
- Ausschnitt und Maßstab
- Wettbewerbsgebiet / Grundstücksgrenzen
- DGM oder Vermessungsdaten (diese können wir aus dem Geoportal beziehen, falls keine Vermessungsdaten vorliegen.)
- Teilnehmer- / Modellanzahl
- Zieltermin
Weitere Infos über Gips- und Polystyrol.
Häufige Fragen zur Wettbewerbsgrundlage Umgebungsmodelle
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→ Wofür ist ein Umgebungsmodell gedacht?
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Ein Umgebungsmodell bildet Topographie und Bestand neutral ab – als gemeinsame Grundlage, damit Entwürfe vergleichbar werden. Es geht um Orientierung, Maßstab und Kontext, nicht um dekorative Detailfülle.
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→ Gips oder Kunststoff – was ist wann sinnvoll?
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Gips (Serie): wenn mehrere identische Umgebungen gebraucht werden (viele Teilnehmende, wiederkehrende Verfahren) und maximale Einheitlichkeit zählt.
Kunststoff: wenn Robustheit, Handling und Transport im Vordergrund stehen (Einzelstück oder kleinere Stückzahlen) und der öffentliche oder private Auftraggeber ein Material bevorzugt.
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→ Ein Modell mit Einsatzplatten oder mehrere Sets pro Teilnehmer?
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Beides ist möglich – die Entscheidung hängt vom Verfahren ab:
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Basis-Modell + Einsatzplatten: sinnvoll bei zeitversetzten Einsätzen, Ersatzlogik oder wenn eine zentrale Umgebung (Betreuung/Ausstellung) genutzt wird.
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Mehrere identische Sets: sinnvoll, wenn parallel gearbeitet wird oder jedes Büro Umgebung + Einsatz als Einheit braucht.
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→ Welche Maßstäbe sind bei Umgebungsmodellen üblich?
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Typisch sind 1:500 (mehr Nahwirkung/Quartierlogik) und 1:1000 (städtebauliche Übersicht). Der passende Maßstab hängt vom Ausschnitt, Termin und Zweck ab.
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→ 2 mm oder 1 mm Topographie – wie entscheiden?
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2 mm (Standard): ruhig, robust, wirtschaftlich – in vielen Fällen die beste Balance.
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1 mm (feiner): wirkt weicher und detaillierter, ist aber deutlich aufwendiger (mehr Schichten/mehr Nacharbeit).
Faustregel: 1:1000 meist 1 mm, 1:500 meist 2mm; ggf. 1 mm, wenn Gelände ein Kernthema ist
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→ Welche Daten brauchen wir mindestens?
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Ideal ist eine belastbare Grundlage aus:
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DGM/DTM oder Vermesserdaten mit eindeutigem Höhenbezug,
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Bestand (Gebäude/ Straßenräume/ relevante Kanten),
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definierter Ausschnitt + Nullniveau,
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Maßstab + Zieltermin.
Im Datencheck klären wir früh, was fehlt oder widersprüchlich ist – bevor Aufwand entsteht.
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→ Was beeinflusst Aufwand und Kosten am stärksten?
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Meist sind es: Datenqualität (Höhenbezug/Kanten/Bestandslogik), Format/Ausschnitt, Topographie-Stufung (1 mm vs. 2 mm) und die Lieferlogik (Einsatzplatten vs. Sets/Serie).
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→ Wie läuft die Abstimmung typischerweise ab?
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Kurz und planbar: Datencheck → Preview (Ausschnitt/Umgebung) → Freigabe → Umsetzung. Bei Einsatzplatten liefern wir klare Daten und Dokumentation als DXF oder DWG, alternativ auch IFC Datei.
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→ Wie stellt ihr sicher, dass alle Teilnehmer fair vergleichen können?
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Durch eine einheitliche Datenbasis, eine neutrale Darstellung und eine sauber definierte Einsatzzone. Bei Serien (Gips) sorgt der Formprozess zusätzlich für sehr konsistente Optik über alle Exemplare.
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→ Kann man später Ersatz-Einsätze nachbestellen?
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Ja – die Daten der Einsatzplatten sind klar dokumentiert und die Schnittstelle sauber definiert. Diese Daten werden Auslobern und Teilnehmern bereitgestellt, sodass jeder mit den vorhandenen Daten weiterarbeiten kann. Einsatzplatten lassen sich problemlos in vielfacher Ausführung herstellen und an die Teilnehmer versenden, falls hier Bedarf besteht.

